In Orsières leben
Einwohnerbereich
Tageskarte SBB
Virtueller Infoschalter
Wirtschaft
Kultur und Sport
Tourismus
Natur und Landschaft
Fotogalerie
 
Home   >  In Orsières leben  >  Vorstellung der Gemeinde
Allgemeine Beschreibung

Die Gemeinde Orsières, die drei Tourismuszonen zählt - Orsières, Champex-Lac und Val Ferret - ist eine grosse alpine Gemeinde. Sie ist die sechstgrösste der 134 Wallisergemeinden. Gletscher und Felsen nehmen zwar einen grossen Platz ein, aber die Wälder sind besonders weitläufig und mit ihren 3500 Hektaren machen sie die Bürgerschaft von Orsières zum grössten Waldbesitzer der Schweiz.

Lage

Die Gemeinde von Orsières liegt im südwestlichen Teil des Kantons Wallis im Val d'Entremont. Orsières stösst an 7 Gemeinden und 2 Länder : 

im Norden Sembrancher und Bovernier
im Süden Italien und Liddes
im Osten Bagnes, Liddes und Bourg-St-Pierre
im Westen Frankreich, Martigny-Combe und Trient

Wo die zwei Alpentäler zusammen finden, bildet Orsières über den Grossen St. Bernhard, das Tor zum Aostatal und Italien und über das Ferrettal und Champex-Lac bietet es den Berglern die Flanken des Mont Blanc.

Foto : Pierre Pouget

In der Umgebung

Die Tour du Mont-Blanc, prachtvolle Wanderung über drei Länder, kommt durch das Ferrettal hinunter, bevor sie zur Esplanade von Champex aufsteigt. Nach Meinung der Wanderer ist es eine idyllische Etappe und für viele unter ihnen ist die schönste der ganzen Wanderung: die Etappe von Orsières !

Orsières bildet die östlichen Flanken des Mont Blanc, dessen letzen Zacken und Spitzen die schweizerisch/französiche Grenze zeichnen. Schwebende Gletscher über blank polierten Felsen, an den Abhängen tosende Wasserfälle blicken zu den fülligeren, erodierten Bergkuppen gegenüber, die in sanften Tönen dem granitischen Beschwörungsgesang der rechten Seite Antwort geben.

Dies ist das Geheimnis einer Harmonie, die bereits die ersten Reisenden zu verzaubern wusste.

Foto : Pierre Pouget

In alter Zeit

Allerdings ist die Gemeinde aus anderem Grund Ende des ersten Jahrtausends in die Geschichte eingegangen.

Das Städtchen Orsières, von wo strahlenförmig alle Strassen und Wege in alle Ecken der Umgebung ausgehen, liegt auf der Strasse des Mont-Joux. Dieser Durchgang war keltischer Pfad, Römerstrasse, königlich savoyische Strasse, um nach dem Bau des Strassentunnels 1964, internationale Arterie des Grossen St. Bernhards zu werden. So führte diese Route bei Orsières über die strategisch wichtige Brücke des Flusses Dranse d'Entremont, welche schon zur Zeit Karl des Grossen verteidigt wurde. Dieser gut unterhaltene und scharf bewachte Durchgang in einer Gletschermulde, sah ringsum den Hauptort wachsen.

So kam es, dass 972 der mächtige Abt von Cluny, Saint Mayol, von Rom her kommend, sich der Brücke näherte, wo er von einer Horde Sarazenen entführt wurde. Während eines Monats als Geisel gehalten, wurde er erst nach Bezahlung eines Lösegeldes freigelassen. Die Prinzen von Bourguignon und Rhodanien, deren Geduld am Ende war, säuberten danach die Alpenübergange von solch unangenehmen Gästen. Orsières kam somit als Ort einer schlechten Tat in die Geschichte.

Foto : Pierre Pouget

Besonderheiten

Im Hauptort Orsières bewundert man vor allem den im 14. Jh. vollendete Glockenturm, auf einem Fundament des 11. Jhs. Romanisch, dann gotisch ist er mit diversen Tierfiguren verziert. Das "Messe de St-Grégoire" genannte Fresko in der alten Kappelle, die den Fuss des Kirchturmes bildet, verdient einen Besuch. Der Turm ist von einer schönen neogotischen Kirche aus dem Jahre 1896 flankiert. Hier findet man zwei einheimische Gesteine, den Tuff der Rippenbogen und die Säulen aus Granit. Die Kirchenfenster sind von Monnier 1961. Das Städtchen Orsières besteht eigentlich aus drei durch Brücken zusammen geführten Dörfern. Von Nord nach Süd die Brücke von "Le Bourgeal", Steinbogenbrücke seit 1840 und die von "Le Châtelard" Steinbogen seit 1916. Zwischen diesen beiden, gegenüber der Kirche, führt eine schöne, seit 1948 gedeckte Brücke zum Gemeindefriedhof.

Das Hauptdorf wurde in einem in Savoyen üblichen Schema gebaut: Reihenhäuser der Hauptstrasse entlang mit den dazugehörigen Scheunen und Ställen auf zwei lateralen Strassen. Da und dort zeugen die "raccards" (Speicher) noch von einer architektonischen Tradition, die die nicht faulenden Lärchen verwendeten.

Die Molkerei, im Herzen Orsières, verarbeitet fast die ganze Milch der Gemeinde, in den besten Monaten bis zu hundert Raclettekäse pro Tag. In den Dörfern, die sich links und rechts an den benachbarten Ufern erstrecken, blieben die Brotöfen erhalten. Zehn unter ihnen werden noch regelmässig benutzt. In La Rosière, dem Geburtsort des 1993 selig gesprochenen Maurice Tornay, findet man den Brotofen gleich neben der Kapelle St. Anna, in der man noch einige Exvotos bewundern kann.

Für an religiöser Architektur Interessierte: es sind nicht weniger als zehn Kappellen die vom frommen Volk in der Gemeinde Orsières erbaut wurden, in La Rosière, Commeire, Chez-les-Reuses, Champex (3), St-Eusèbe, Praz-de-Fort, La Fouly und Ferret. Aus unterschiedlichen Gründen verdienen sie alle Ihre Aufmerksamkeit.

Die Landschaft

Die Landschaft wurde tiefgreifend durch die Gletscher geformt. Bei genauerer Beobachtung des Reliefs, erkennt man zahlreiche Moränen, die zusammen mit den Findlingen das Epos der Gletscherzungen erzählen, die sich vor noch nicht allzu langer Zeit vom Wallis bis nach Lyon erstreckten. Einer Moräne ist der See von Champex zu verdanken und den schönsten Spaziergang von Saleinaz findet man auf einem Moränengrat.

Ein Land von üppigen Hochweiden, grünen Maiensässen, weiten Wäldern, hier gab es genügend Bären, um seinen Namen für Ort und Wappen zu übernehmen und einige Sagen, die allzu abenteuerlustige Kinder beruhigen sollten.

Der Orsérien war also Holzfäller, Landwirt und Hirte. Sein Land schuf ihm einen rauhen und freimütigen Charakter, der manchmal wegen seiner Unbeugsamkeit gehänselt wird. Wegen der Wichtigkeit der Waldarbeit gaben ihm seine Nachbarn den Übernamen "Bouetsdons", im Französischen "bûchilles" das Holzscheit.

Savoyarde um das Jahr Tausend, wurde er Walliser ab 1475 und Schweizer 1815. In Intervallen sah er innert seiner Mauern unzählige Reisende, deren Zahl nie aufgeschrieben wurde, Pilger in heiligen Jahren, Händler, Soldaten, Könige und Kaiser. Das Land war Mitte 14. Jh. total gerodet und zählte mit 2000 Einwohnern seine höchste Anzahl. Dann kam die Pest... Danach brauchte es fast ein halbes Jahrtausend, um wieder eine gleich starke Gemeinde zu werden.

Dies war in etwa so, als General Bonaparte am Morgen des 20. Mai 1800, begleitet vom Grossteil seiner Armee hier durchritt.

Foto : Pierre Pouget

Login