In Orsières leben
Einwohnerbereich
Tageskarte SBB
Virtueller Infoschalter
Wirtschaft
Kultur und Sport
Tourismus
Natur und Landschaft
Fotogalerie
 
Home   >  In Orsières leben  >  Geschichte
Historischer Überblick

Im Herzen einer weitläufigen Gemeinde, die sich über 165 km2 ausdehnt und an Italien und Frankreich anlehnt, ist das Städtchen Orsières aus der erzwungenen Verbindung zwischen der Mont-Jouxstrasse und der Drance entstanden. Und effektiv von Bourg-Saint-Pierre bis Martigny führte der Pfad der Kelten (hier Véragres genannt), fahrbare Strasse der Römer geworden, dann königliche Route, in immer gleichem Verlauf und überquerte den Fluss nur ein Mal in Orsières.

Um die Brücke, die von grosser Wichtigkeit war zu beschützen, brauchte es ein befestigtes Gebäude. Es gab seinen Namen "château" Schloss dem Weiler seiner Umgebung "Le Châtelard". Ein wenig talwärts bekam ein anderes Dorf genügend Wichtigkeit um "Bourgeal" genannt zu werden.

Aber die Hauptsiedlung, die Stadt, entwickelte sich östlich des Flusses, wo im Laufe der Zeit drei sich folgende Kirchen entstanden und eine lange Ladenstrasse, deren heutige Farben vielleicht noch den Wohlstand jener Zeit wachrufen.

Was man heute "Le Bourg d'Orsières" nennt, erscheint in der Geschichte kurz vor dem Jahre 1000. Bischöffe und Räuber, Kaiser und Abenteurer, Pilger und Händler kamen hier oft vorbei. Sarrazenische Banden erpressten dem Mont-Joux entlang die Reisenden und 972 ergriffen sie, nicht weit von der Brücke in Orsières, den päpstlichen Rat und Abt von Cluny, Mayeul.

Diese Entführung brachte Orsières in die Geschichte, aber die Entführer des Abtes wurden wenig später aus den Alpen vertrieben. Durch diesen Vorfall weiss man also, dass dieser Ort schon im Laufe des ersten Jahrtausends den Namen des Bären trug, der in den Wäldern lebte und auf den Wappen erschien.

Orsières beherbergte bis ins 13. Jh. das Vidomat des Entremont. Eine administrative Neuordnung der Grafschaft Savoyen unterstellte es dem Schlossherrn von Sembrancher, während die Gemeindeangelegenheiten einem "Métral" (Verwalter) anvertraut waren, der am Ende des alten Regimes ohne grosse Änderung zum Gemeindepräsidenten wurde.

Da wo die zwei Alpentäler zusammen finden, bildet Orsières über den Grossen St. Bernhard, das Tor zum Aostatal und Italien und über das Ferrettal und Champex-Lac bietet es den Berglern die Flanken des Mont Blanc. Man kann Orsières nicht verlassen, ohne die hundertjährige Kirche und den im 14. Jh. erbauten Glockenturm zu bewundern.

In der näheren Umgebung findet der interessierte Besucher in Champex-Lac eine seltene Perle, den oberhalb eines idyllischen Sees gelegene Alpengarten; er kann das Ferrettal durchstreifen und dabei in Issert die renovierte Mühle bewundern. In der Nachbarschaft eröffnet sich ihm die Esplanade von Verbier oder die Naturschutzgebiete des oberen Val-de-Bagnes, der Combe de l'A und des Ferrettales.

Hôtel des Alpes / Foto : André Métroz
Hôtel des Alpes / Foto : André Métroz
Rue de la Montoz / Foto : André Métroz
Rue de la Montoz / Foto : André Métroz
Rue de la Commune / Foto : André Métroz
Rue de la Commune / Foto : André Métroz
Wappen

D'argent à l'ours levé de sable, armé et lampassé de gueules.

Orsières trägt dies bildhafte Wappen, denn sein Name stammt vom altfranzösichen "orsière, oursière", was Bärenhöle oder der von Bären aufgesuchte Ort bedeutet. Das erste bekannte Wappen ist auf den Thaler von 1498 geprägt und die Chronik von Stumpf zeigts sie 1548.

Aus : "Les communes valaisannes et leurs armoiries" (Ed. ketty & Alexandre, 1985)


Unser Wappenbär hat verschiedene Positionen erhalten, die sowohl von den Eigenschaften des Tieres, wie auch vom wenigen Interesse der Orsérien an einer anatomischen Richtigkeit zeugen. Schräggestellt à la Bernoise auf dem Thaler von Mathieu Schiner, hat er sich in der Reproduktion, die Jan Stumpf in seiner Schweizer Chronik 1548 zeigt, wieder aufgerichtet.

Auf der Fahne des Gesangsvereines "L'Echo d'Orny" (1899), nahm der Bär eine tiergerechtere Stellung ein, die ihm schon 1745 ein etwas naiver Zeichner gegeben hatte. Die bescheidene vierbeinige Stellung war auch der Kirchgemeinde recht. Im Heraldischen nennt man es ein "vorbeigehender"; gibt es aber einen Grund, dass der eine nach rechts und der von der Gemeinde nach links schaut ? 1940 zeichnete schliesslich Genoud den stehenden, schlanken, rassigen Bären, den wir heute kennen.

Auszug aus: "Orsières ma Commune", von René Berthod

Le Tahler de Nicolas Schiner
Le Tahler de Nicolas Schiner
Bois de la "Chronique de Stunpf", 1548
Bois de la "Chronique de Stunpf", 1548
Bannière de la société de chant Echo d'Orny
Bannière de la société de chant Echo d'Orny
L'Ours de Berne
L'Ours de Berne
Gemeindearchiv

Das Gemeindearchiv befindet sich im Gemeindehaus von Orsières.

Der gewölbte Raum, in den man durch das Sekretariat im 1.Stock gelangt, beherbergt:

  • 18 Pergamentrollen, nummeriert von Pg R 1 bis Pg R 18. Die längste Rolle misst 34m30, die zweitlängste 18m26 ;
  • 396 Pergamente von 1228 - 1798, nummeriert von Pg 1 bis 396. Das letzte Pergament ist mit 1790 datiert, Pg 201 b ;  
  • Bücher (livres) L1 bis L190 ;  
  • Papiere P 1 bis P 806 ;  
  • das Archiv der Richter (juges) J1 bis J 169 ;  
  • die Urschriften einiger Notare (minutes) M 1 bis M 12.

In diese Dokumente kann nach vorheriger Anmeldung, während den Öffnungszeiten des Sekretariats, Einsicht genommen werden.

Der aktuelle Archivverantwortliche ist Herr René Berthod.

Login